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Großimam: „Der Islam lehnt jede Form von Diskriminierung ab“

Großimam al-Tayyeb - ANSA

25/02/2017 11:10

Der Fundamentalismus in Europa ist nur durch die wahre Kenntnis des Islams und seiner Werte zu bekämpfen. Das sagte der Großimam der Al-Azhar-Moschee, Scheich Ahmad Mohammad al-Tayyeb, in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ vom Samstag. Der Islam lehne jede Form von Diskriminierung ab. Als Beispiel dafür nannte er die erste islamische Gesellschaft zur Zeit des Porpheten in Medina: Dies sei eine Zeit „einer wahren Koexistenz zwischen verschiedenen Völkern und Religionen in einem Kontext des gegenseitigen Respekts und der Gleichberechtigung“ gewesen, so der Imam. Das Wesentliche im Dialog zwischen jungen Muslimen und Christen, den auch die Universität al-Azhar fördere, sei der Kampf gegen Hass und Radikalismus. Der Dialog öffne Möglichkeiten, grundlegende Fragen zum universalen Frieden und dem friedlichen Zusammenleben zwischen Ost und West zu diskutieren. Der Imam, der auch Rektor der Kairoer Universität ist, wies im Interview daraufhin, die Universität könne eine wichtige Rolle in der Ausbildung europäischer Imame spielen und sie zu Religionsgelehrten ausbilden, die die Botschaft des Friedens und der Brüderlichkeit vermittelten. Zwischen Schiiten und Sunniten habe es nie einen Krieg gegeben, so al-Tayyeb. Grund für die Kriege in einigen muslimischen Ländern sei auf politische Konflikte zurückzuführen, die am Tisch externen Mächten konstruiert seien.

Die al-Azhar- Universität ist eine der wichtigsten Autoritäten des sunnitischen Islam, ihr Sitz ist Kairo. Für Montag und Dienstag hat der Großimam zu einer interreligiösen Tagung zu Religionsfreiheit und staatlichen Laizismus eingeladen. Mit dem Heiligen Stuhl ist sie seit einigen Monaten wieder in engerem Austausch.

(agi 25.02.2017 dh)

25/02/2017 11:10