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Merkel bekennt sich zu Religionsunterricht

Betont wichtige Rolle des Religionsunterrichtes: Kanzlerin Angela Merkel - AFP

24/01/2017 11:30

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Gesellschaft zum Zusammenhalt aufgerufen und den Kirchen bei dieser Aufgabe einen wichtigen Platz zugewiesen. Merkel sprach am Montagabend beim Jahresempfang des Bistums Würzburg. „Die Bereitschaft, offen füreinander zu sein, sich auf andere einzulassen, die Welt mit den Augen anderer zu sehen, ist eine schöne Erfahrung“, sagte sie bei ihrer Rede. Gottes Geschöpfe seien „unterschiedlich geschaffen“, und das sei „schön“ und mache die Gesellschaft „reich“.

Im Moment seien weltweit mehr Menschen auf der Flucht als je zuvor in der Geschichte, so die Bundeskanzlerin. Auch Deutschland könne sich gegenüber dem Ansturm von Migranten nicht einfach abschotten. Sie dankte „den Kirchen und Hilfswerken gerade in Bayern“ für die Aufnahme der Migranten. Mittlerweile sei die Zahl der Migranten nach Deutschland deutlich zurückgegangen – auch dank des EU-Abkommens mit der Türkei. „Ich weiß, dass das Abkommen nicht so sehr beliebt ist und oft kritisch diskutiert wurde. Aber es war der Weg heraus aus Illegalität, in der sich Menschen in die Hände von Schleppern und Schmugglern begeben haben. Wir mussten andere Wege finden als diese illegalen Wege, die aus meiner Sicht nicht akzeptabel sind.“

Merkel nannte den Religionsunterricht in Schulen unverzichtbar. Sie sei der Meinung, dass dieser „in unseren heutigen Zeiten eher wichtiger als
weniger wichtig ist“. Dabei gehe es um Gewissens- und Herzensbildung und um „mehr als nur unser eigenes Leben“, sondern auch um den großen
Zusammenhang des Lebens „als Geschöpfe Gottes“. Und man spüre in diesen Zeiten – „ich spüre es jedenfalls“, so Merkel weiter, dass „wir von Voraussetzungen leben, die wir selber nicht so schaffen können“. Diese seien vielmehr in der Geschichte, in den Überzeugungen und im Glauben begründet, „die uns dann auch in die Zukunft tragen“ und die die Gesellschaft ein Stück aus der „Ich-Bezogenheit“ herausführen könnten.

170 Ehrengästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft

Merkel sprach auf Einladung des Würzburger Bischofs Friedhelm Hofmann beim Diözesanempfang. Unter den etwa 170 Ehrengästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft waren unter anderem Reinhard Kardinal Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Josef Schuster, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, Gisela Bornowski, evangelisch-lutherische Regionalbischöfin im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg, Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bayerns Justizminister Professor Winfried Bausback, Bundeswirtschaftsminister a. D. Michael Glos und Würzburgs Universitätspräsident Professor Alfred Forchel. 

(pm 24.01.2017 sk)

24/01/2017 11:30