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Papst: Um Berufungen beten - aber bitte mit offenen Türen

Papst Franziskus trifft Teilnehmer an Kongress für Berufungspastora - AFP

05/01/2017 14:29

Die Türen auf, Menschen nicht abweisen, auch wenn es anstrengend wird, auch wenn sie sprunghaft oder unruhig sind: das ist der Weg, Berufungen in der Kirche zu fördern. Papst Franziskus empfing an diesem Donnerstag einen von der italienischen Bischofskonferenz ausgerichteten Kongress zur Berufungspastoral. Wie so oft legte er seine schriftlichen Gedanken beiseite und erzählte – aus seiner pastoralen Erfahrung von früher schöpfend – was er für diese Form der Begleitung von Menschen an Rat habe.

Der Papst sprach vom „Aufstehen!”, jener Aufforderung an den Apostel Petrus, der eingesperrt war. Er verließ das Gefängnis, scheiterte dann aber an der Tür der Christen, die ihn nicht herein ließen, weil sie nicht glauben konnten, dass er es sei. „Wie viele junge Menschen, Jungen wie Mädchen, hören in ihrem Herzen dieses ‚Steh auf!’, und dann schließen andere, Priester und Ordensleute, die Türen“, fragte der Papst. Um Berufungen beten sei gut und richtig, aber „bitte mit offenen Türen“.

Ironisch fügte er hinzu, Konferenzen wie diese hier in Rom zu machen sei gut und richtig, aber auch die bitte nur „mit offenen Türen“. Es gehe vor allem darum, die jungen Menschen auch wirklich anzunehmen. „Aber die machen doch müde, weil sie dauernd neue Ideen haben, Krach machen, dies machen, das machen, … aber wenn wir Berufungen haben wollen, dann braucht es offene Türen.“ Der Papst warb für ein Verständnis für die Jugendkultur, schließlich sei man selber ja auch nicht anders gewesen, fügte er mit einem Lächeln hinzu. Das sei „die Seelsorge des Ohres“, eine Seelsorge die zuhöre.

Konferenzen, ja gerne, aber die jungen Menschen wirklich annehmen

„Es ist wichtig, mit den Jugendlichen Zeit zu verlieren“, warb der Papst für eine absichtslose Seelsorge. „Mehr als zu ihnen zu sprechen geht es darum, ihnen zuzuhören. Das ist ein Same, der wächst und wirkt.“ Das sei vor allem deswegen wichtig, weil Jugend heute etwas anderes bedeute als früher. Wenn damals alles irgendwie sozial geordnet war, dann ist heute alles in Bewegung. „Man muss etwas erfinden, das die Jugendlichen einbezieht, in irgend eine Weise, so dass sie irgendetwas in der Pastoral tun können. Es gibt Jugendliche, die so etwas brauchen, die sich als Kirche fühlen, wenn sie so etwas tun.“ Die innere Unruhe bei den Jugendlichen müsse man dabei aushalten, riet der Papst, ihm gehe das regelmäßig so, wenn er bei Reisen mit Jugendlichen zu Mittag esse und Fragen beantworte. „Man kann die Unruhe nicht anhalten, sie sagen manchmal Albernheiten, sie sind unruhig, aber das ist das, was Wert hat. Es ist diese Unruhe, die es braucht, um sie auf den Weg zu bringen.“

Wichtig war dem Papst auch das Gebet um Berufungen, hier müsse die Kirche kreativ werden und neue Wege finden. Zum Schluss seiner Ansprache betonte er außerdem die Wichtigkeit des Zeugnisses für den Glauben. „Eine Berufung ist immer konkret und heißt ‚ich will wie diese hier werden oder wie jener’. Es ist unser Zeugnis, das Jugendliche anzieht.“ Jugendliche müssten in Menschen erkennen können, was diese predigten.

(rv 05.01.2017 ord)

05/01/2017 14:29