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„Kein Verbot der Zulassung Homosexueller zum Priesteramt“

Der homosexuelle Priester K. Charamsa arbeitete in der Glaubenskongregation - EPA

18/12/2016 12:00

Ein Artikel in der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ widerspricht dem Eindruck, dass Homosexuelle von der Priesterweihe ausgeschlossen seien. Sowohl eine Instruktion der Bildungskongregation von 2005 als auch ihre neuesten Richtlinien „vermeiden ein generelles Verbot der Zulassung von Menschen, bei denen es homosexuelle Gefühle gibt, zum Priesterseminar oder zu den Weihen“. Das schreibt der US-Theologe Louis J. Cameli aus dem Erzbistum Chikago am Sonntag in einem Gastbeitrag des „Osservatore“.

Beide Dokumente schreiben nach Camelis Darstellung vielmehr eine genaue Einzelfall-Prüfung vor, was von „großer Weisheit und Vorsicht“ zeuge. „Die Unterscheidung erlaubt es den Leitern des Seminars wie dem Kandidaten selbst, herauszufinden, was für ihn wie für die Kirche gut und richtig ist.“

Einige Medien hatten die am 8. Dezember vom Vatikan veröffentlichten Richtlinien als allgemeinen Ausschluss Homosexueller vom Priesteramt interpretiert. Daran sei richtig, „dass die Kirche diejenigen, die Homosexualität praktizieren, die tiefsitzende homosexuelle Tendenzen zeigen oder die sogenannte „gay culture“ unterstützen, nicht zum Seminar und zu den Weihen zulassen kann, auch wenn sie für die betroffenen Menschen tiefen Respekt fühlt“.

Das bedeute aber kein generelles Verbot einer Zulassung homosexuell Fühlender zum Priesteramt, betont Cameli. Es sei nämlich Interpretationssache, was man unter „tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen“ genau verstehe. „Es gibt so viele verschiedene Arten von Gefühlen, ddie wir während unseres Lebens haben – einige sehr positiv, andere eher negativ und destruktiv. Und das gilt für jeden von uns.“

Tiefsitzend sei eine homosexuelle Tendenz, wenn sie Identität und Verhalten eines Mannes bestimme, seine Beziehungsfähigkeit konditioniere und ein reifes Verhalten Frauen wie Männern gegenüber nicht zulasse. Anders verhalte es sich mit Männern, in deren Leben Homosexualität nur ein vorübergehendes Phänomen in der Phase des Erwachsenwerdens gewesen sei.

(or 18.12.2016 sk)

18/12/2016 12:00