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Papst Franziskus \ Reisen

Messe mit Priestern und Orden: „Keine Funktionäre des Göttlichen“

Papst Franziskus - RV

16/02/2016 17:00

Angesichts der grausamen Realität dürfen Priester und Ordensleute nicht der Gefahr der Resignation nachgeben. Diese Botschaft hatte Papst Franziskus an diesem Dienstag für die in Morelia versammelten Geistlichen und Ordenschristen, dort feierte er im örtlichen Stadion eine Messe.

Franziskus hatte die Frage gestellt, in welche Versuchungen man heute fallen könne, wenn man nicht nur auf diese Realität schaue, sondern sich auch in ihr bewege. „Welche Versuchung kann über uns kommen aus Umgebungen, die oft von Gewalt, Korruption, Drogenhandel, Verachtung der Menschenwürde, Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden und der Unsicherheit beherrscht sind? Welche Versuchung können wir immer wieder haben angesichts dieser Wirklichkeit, die sich in ein unverrückbares System verwandelt zu haben scheint?“ Diese Versuchung sei die der Resignation, die lähme und ängstige und die dazu führe, „uns in unseren „Sakristeien“ und scheinbaren Sicherheiten zu verschanzen; eine Resignation, die nicht nur unsere Verkündigung unterbindet, sondern auch unseren Lobpreis; eine Resignation, die uns nicht nur hemmt zu planen, sondern die uns auch hemmt zu wagen und zu verwandeln. Darum, Vater unser, lass uns nicht in Versuchung fallen!“

Um diesen Versuchungen begegnen zu können griff der Papst auf ein schon oft genanntes Rezept zurück, nämlich auf die Erinnerung. „Nicht alles hat mit uns begonnen, nicht alles wird mit uns enden; wie gut tut es uns darum, uns die Geschichte zu vergegenwärtigen, die uns bis hierher gebracht hat,“ so Papst Franziskus.

In der Predigt sprach der Papst auch über das Gebet, „wenn du mir zeigst, wie du betest, werde ich lernen, den Gott zu entdecken, den du erlebst, und wenn du mir zeigst, wie du lebst, werde ich lernen, an den Gott zu glauben, zu dem du betest“ zitierte er einen alten Spruch. In der Lebensweise zeige sich das Beten und im Gebet drückt sich das eigene Leben aus, so Papst Franziskus. „Beten lernt man, wie man gehen, sprechen und hören lernt. Die Schule des Gebetes ist die Schule des Lebens, und in der Schule des Lebens ist der Ort, wo wir die Schule des Gebetes absolvieren.“ Jesus wollte die Seinen in das Geheimnis des Lebens, in das Geheimnis seines Lebens einführen, dem gehe man im Gebet nach. Und das gelte es dann, weiter zu tragen. Der Papst griff einen Satz des Apostels Paulus auf, „wehe mir, wenn ich nicht verkündige“, das gelte auch heute. Jesus habe eingeladen, an seinem Leben teilzuhaben, wehe den Menschen die das nicht weitergeben wollten. „Wir sind keine Funktionäre des Göttlichen, noch wollen wir es sein. Wir sind keine Angestellten Gottes und wollen es auch niemals sein, denn wir sind eingeladen, an seinem Leben teilzuhaben.“

Franziskus feierte die Messe mit einem historischen Kelch: jenem, den schon der erste Bischof von Morela benutzte, Vasco de Quiroga (1536-1565). Auch der Bischofsstab, den der Papst beim Einzug trug, stammte aus dem historischen Bestand von Bischof de Quiroga, der als einer der ersten Missionare Mexikos gilt. und dabei große Sensibilität für die Anliegen von Indigenen zeigte. Für ihn läuft ein Seligsprechungsverfahren. 

 

(rv 16.02.2016 ord)

16/02/2016 17:00