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Kardinal Müller: Kommunion für Wiederverheiratete im Einzelfall denkbar

Kardinal Gerhard Ludwig Müller mit Papst Franziskus - AP

18/10/2015 14:14

Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller schließt Medienberichten zufolge die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene „in extremen Einzelfällen“ nicht aus. Zwar könne keine allgemeine Zulassung zur Kommunion für solche Gläubige gewährt werden, sagte der Leiter der vatikanischen Glaubenskongregation im Gespräch mit dem Magazin „Focus“. In gewissen Fällen könne es jedoch „eine Zulassung im Gewissensbereich geben“. So sehe das auch das Dokument „Familiaris consortio“ (Absatz 84) von Johannes Paul II. aus dem Jahr 1981. „In dieser Richtung kann man weiterdenken", sagte der deutsche Kardinal. Vorzugehen sei jedenfalls nach „theologisch verantwortbaren Gesichtspunkten“.

Der betreffende Absatz aus „Familiaris consortio“ spricht unter anderem davon, unter welchen Voraussetzungen wiederverheiratete Geschiedene die Versöhnung im Bußsakrament und damit die Zulassung zur Kommunion erlangen können. Als Bedingungen nannte Papst Johannes Paul Reue und Verzicht auf gelebte Sexualität mit dem neuen Ehepartner.

Kardinal Müller nimmt als Präfekt der Glaubenskongregation an der derzeit tagenden Weltbischofssynode teil. Er gehört der deutschen Sprachgruppe an, in der nahezu alle aus Deutschland und Österreich stammenden Synodalen vertreten sind, darunter die Kardinäle Walter Kasper, Reinhard Marx und Christoph Schönborn.

(rv/kna 19.10.2015 gs)

18/10/2015 14:14