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Papst an Bürgermeister: „Ich zähle auf Paris-Klimakonferenz“

Der Papst sprach zu den Bürgermeistern der Weltmetropolen, die an der Konferenz zu Menschenhandel und Klimawandel im Vatikan gekommen waren. - AP

21/07/2015 18:41

Der Einsatz für die Umwelt ist nicht nur Sache der „Grünen“, sondern soll für jeden gelten. Das betonte der Papst am Dienstagabend beim Treffen mit den Teilnehmern der Klimawandel- und Menschenhandel-Konferenz im Vatikan. Auf Einladung von Papst Franziskus diskutierten rund 60 Bürgermeister aus aller Welt zwei Tage lang im Vatikan über den Kampf gegen moderne Sklaverei und Klimaerwärmung.

In der Synodenaula bei der Audienzhalle umarmte Papst Franziskus bei seiner Ankunft am Dienstagabend „seine zwei Kardinalsfreunde“ Francesco Montenegro und Claudio Hummes. Montenegro ist Erzbischof von Agrigent und in Italien für sein Engagement für die Mittelmeerflüchtlinge bekannt. Die Insel Lampedusa, der Hafen für die vielen ankommenden Flüchtlinge aus Nordafrika, gehört zu seinem Bistum. Der Brasilianer Hummes ist für hingegen für seinen humanitären Einsatz für die Bevölkerung im Amazonasgebiet bekannt. Damit waren auch die Hauptthemen sozusagen personifiziert: Gerechtigkeit, Armut und die Umwelt.

Einsatz für die menschliche Ökologie

Ein weiteres Thema, welches in den letzten zwei Jahren zu einem Schlagwort von Franziskus wurde, stand auf der Agenda: Menschenhandel: Bürgermeister aus Großstädten wie Rom, Paris, New York, Mailand oder São Paulo prangerten in ihren Reden die Formen Sklaverei in modernen Gesellschaften an. „Die Sklaverei gibt es in unseren Städten noch immer, selbst hier in Rom“, sagte der Bürgermeister der italienischen Hauptstadt, Ignazio Marino. Konkret sprach er den illegalen Organhandel an. Nachdem einige Bürgermeister gesprochen hatten, ergriff der Papst das Wort. Der Einsatz für die Umwelt und gegen den Menschenhandel sei eine Haltung „für die menschliche Ökologie“, so der Papst. Seine Enzyklika Laudato Si‘ sei nicht einfach ein „grüne Enzyklika“ sondern verstehe sich als „Sozialenzyklika“, denn sie betreffe das gesamte soziale Leben der Menschen. „Man kann nicht sagen, der Mensch ist hier und die Schöpfung, die Umwelt ist dort. Ökologie ist überall, sie ist menschlich.” Deswegen gehe es ihm auch um Armut und Arbeit, um die Ränder der großen Städte, an denen Elend wachse.

Es gehe um Gesundheit und um das Recht auf Zugang zu Wasser. Beides sei durch das Paradigma der Technokratie gefährdet, zitierte der Papst seine Enzyklika direkt. Überdüngung und die Zunahme von Krankheiten hingen zusammen, Versteppung von großen Gegenden, die Verschmutzung von immer mehr Wasser und Luft seien direkte Folgen der „Vergötterung der Technokratie“. „Was passiert, wenn all diese Phänomene einer exzessiven Technisierung, die sich nicht um die Umwelt kümmert, Wirkung auf die Migration der Menschen haben?“, fragte Papst Franziskus. Das sei ein Punkt, wo die Sorgen um soziale Not und den Umweltschutz direkt zusammen hingen.

Hoffnung auf Veränderung - UN-Klimakonferenz in Paris 2015

„Ich hege große Hoffnungen für die Umweltkonferenz in Paris im kommenden Dezember. Ich hoffe sehr, dass die Vereinten Nationen ein grundlegendes Abkommen erarbeiten werden, weil die UNO in der Tat zu diesen Themen klare Positionen einnehmen sollte. Ich denke an die Probleme des Klimawandels, aber auch an den Menschenhandel.“ Franziskus dankte den rund 60 Bürgermeistern der großen Weltmetropolen, die zwei Tage lang im Vatikan zu dem Thema Klimawandel und moderne Sklaverei gesprochen haben und die sich auch verpflichtet haben, etwas dagegen zu unternehmen. „Das braucht die heutige Welt. Dieses Treffen der Bürgermeister ist wichtig, weil der bedeutendste Einsatz gegen Menschenhandel und Klimawandel in den Peripherien stattfindet, und von dort aus können wir Richtung Zentrum vorangehen. Dort finden wir eben die großen Institutionen. Der Heilige Stuhl und die einzelnen Nationen können schöne Reden vor der UNO halten, aber wenn wir nichts Konkretes in den Peripherien machen, dann ändert sich nichts.“

Kooperation der Metropolen und ihrer Bürgermeister als Chance

Ihm sei bewusst, dass jede Stadt spezifische Probleme habe, dennoch zähle er auf die Zusammenarbeit der Städte – und natürlich allen voran der Bürgermeister. „Möge der Herr uns das Bewusstsein dieser Probleme schenken. Wir müssen uns bewusst werden, was wir unserer Erde antun, wenn wir weiterhin die Umwelt nicht pflegen und kein ökologisches Bewusstsein haben. Wir brauchen eine Kultur der Ökologie. Wir müssen die Nicht-Kultur in Kultur umwandeln und nicht umgekehrt.“

Abschließend unterzeichnete auch der Papst die bei der Konferenz formulierte Absichtserklärung.

(rv/afp 21.07.2015 mg)

21/07/2015 18:41