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D: Historiker hält Kardinälinnen für möglich

Im Gegensatz zur katholischen Kirche lässt die Church of England auch Frauen zum Priesteramt zu. Bereits ein Drittel des anglikanischen Klerus in England ist weiblich. Am Montag wurde Libby Lane die erste Bischöfin der Church of England. - REUTERS

29/01/2015 09:55

Der renommierte Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf sieht mehr Spielraum für Reformen in der katholischen Kirche als oft behauptet wird. Veränderungen in der Kirche müssten zwar immer in der Tradition begründet sein, doch die Vergangenheit halte einen „riesigen Schatz für Reformen in der Zukunft“ bereit. Diese Möglichkeiten gelte es zu nutzen und sichtbar zu machen, schreibt Wolf in einem Beitrag für die Februarausgabe der Monatszeitschrift „Herder Korrespondenz“. Beispielsweise habe die kirchliche Tradition prinzipiell die Möglichkeit geboten, Frauen zu Kardinälen zu ernennen, erst das Zweite Vatikanische Konzil habe diese Option verworfen. Auch hatten Äbtissinnen jahrhundertelang bischofs-ähnliche Vollmachten innegehabt.

Papst Franziskus hatte sich bereits einmal gegen weibliche Kardinäle ausgesprochen: Frauen in der Kirche müssten aufgewertet, aber nicht „klerikalisiert“ werden, so das Kirchenoberhaupt in einem Interviews vom Dezember 2013: „Wer an Kardinälinnen denkt, leidet ein wenig unter Klerikalismus". Der Leibniz-Preisträger Hubert Wolf legt in Kürze sein neues Buch vor: „Krypta. Unterdrückte Traditionen der Kirchengeschichte“.

(pm/rv 29.01.2015 gs)

29/01/2015 09:55